Haus- und Straßensammlung des Volksbundes Kriegsgräber

Arbeit wird durch Spenden finanziert

Der Landesverband Sachsen führt vom 19. Oktober bis 22. November 2020 seine traditionelle Haus- und Straßensammlung im Freistaat durch. Die Sammlung steht in diesem Jahr im Schatten von „Corona“, womit das Sammeln in der Öffentlichkeit zu einer Herausforderung wird, die nur unter strikter Einhaltung der behördlichen Hygiene- und Abstandsregeln erfolgreich zu meistern ist. Zusätzlich wurde vom Volksbund ein Hygienekonzept erstellt.

Der Volksbund finanziert seine Arbeit zu rund 70 Prozent durch Spenden, Sammlungen, Nachlässe und die Beiträge der ca. 350.000 Förderer und Mitglieder. Die Bundesrepublik Deutschland trägt die übrigen 30 Prozent, da die Kriegsgräberpflege eine hoheitliche Aufgabe ist. Seit nunmehr 100 Jahren errichtet, pflegt und betreut der Volksbund im Auftrag des deutschen Staates Kriegsgräberstätten überwiegend im Ausland. Etwa 2,8 Millionen Gräbern auf rund 830 Anlagen widmet sich der Verband in Europa, Nordafrika und weltweit. Seit 1990 liegt der Schwerpunkt der Arbeit im östlichen Mitteleuropa und den Nachfolgestaaten der Sowjetunion. Bis zu 25.000 deutsche Kriegstote – zumeist Soldaten – werden jährlich exhumiert und umgebettet. Etwa jeder Dritte davon kann noch identifiziert werden – trotz der langen Liegezeit. Tausende Familien erhalten damit noch heute – 75 Jahre nach Kriegsende – letzte Gewissheit über das Schicksal Ihrer Angehörigen.

Im Inland berät der Volksbund die Friedhofsträger bei der Kriegsgräberpflege. Allein in Sachsen existieren etwa 1000 Kriegsgräberstätten, vom Einzelgrab bis zu den großen Anlagen in Zeithain mit 37.000 Toten, die im dortigen Kriegsgefangenenlager kläglich verstarben. Träger der Friedhöfe sind in Sachsen zumeist die Kommunen oder Kirchgemeinden. 

Zudem ist der Volksbund anerkannter Träger der freien Jugendhilfe und der politischen Erwachsenenbildung. Zentraler Bestandteil der Jugendarbeit sind internationale Projekte, bei denen mit jungen Menschen verschiedenster Herkunft unter dem Leitgedanken „Gemeinsam für den Frieden“ aktive Völkerverständigung betrieben wird. Diese finden in Form von binationalen Schülerbegegnungen statt. Außerdem werden im Sommer auch internationale Workcamps angeboten. Darüber hinaus hat sich der Landesverband Sachsen zu einem wichtigen Partner für Schulen und weitere Bildungsträger im Bereich der Gedenkstättenpädagogik und Erinnerungskultur entwickelt und führt mit diesen zahlreiche kleinere und größere Projekte vor Ort durch. In Sachsen wurden 2019 ca. 20.000 Euro gesammelt – von Schülern, Soldaten, Reservisten und Bürgern verschiedenster Berufsgruppen in Stadt und Land. Jeder kann für den Volksbund sammeln oder uns mit einer Spende helfen, um die Erinnerung an die zahlreichen Kriegstoten wachzuhalten, die Gräber dauerhaft zu bewahren und junge Generationen an diese Orte heranzuführen.

Wir bitten Sie herzlich um Ihre Unterstützung bei unserer diesjährigen Haus- und Straßensammlung. Eine Sammelliste oder Sammeldose erhalten Sie direkt bei der Landesgeschäftsstelle des Volksbundes.